Audio-Erinnerungen mit und trotz Vinyl, MP3 und Streaming bewahren

Seit langem erstelle ich mir jeden Monat eine Playlist mit Neuerscheinungen und alten Entdeckungen, die ich in diesem Monat gerne gehört habe.  Wie aber kann ich meine mit iTunes verwalteten Playlisten auch für die nächsten Jahrzehnte bewahren?

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Informatik-Projekte ohne Software

Mit einem Wahlpflichtkurs der Stufe 9 habe ich im letzten Quartal 2017 ein Projekt zum Internet gemacht und darüber bloggen lassen. Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass ich in Stufe 8 und 9 zwar einige projektorientierte Unterrichtsphase habe, dabei aber das Endprodukt (Webseite/Spiel o.ä) schon vorgegeben ist. Bei echten Projekten nach Dewey suchen sich die Lernenden ihre Fragestellungen jedoch selbst aus. Zudem wollte ich das Inhaltsfeld „Mensch, Informatik, Gesellschaft“ schülernah bearbeiten.

Anregung dazu war für mich das Blogprojekt Postwachstum von Lisa Rosa, welches in der Veröffentlichung „Globales Lernen: Aspekte einer Postwachstums-Ökonomie“ genauer dargestellt wird.

Im Folgenden möchte ich das Projekt aus meiner Sicht reflektieren:

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Das Wohnmobil – Von der (Fehl-)Vorstellung über die Macht der Computer


“Motorhome” by dave_7 is licensed under CC BY 2.0

Der Weg zur Grundschule war etwa einen Kilometer lang. Die Buchen am Rande des Gehwegs warfen im Sommer Schatten und im Herbst ihre Blätter.

Doch egal welche Jahreszeit. Es stand am Wegesrand, war gr0ß, weiß und hatte vier Räder.

Es schien dem 10-jährigen Jungen riesig und wie das Auto gewordene Versprechen nach Abenteuer. Wäre er selber groß und würde ein Wohnmobil besitzen – er würde damit unzählige Reisen unternehmen. Jeden Tag. In jeden Winkel der Welt. Das Wohnmobil auf dem Schulweg stand aber einfach nur herum. Immer am selben Platz.

Warum sollte jemand ein Wohnmobil besitzen, aber es immer nur rumstehen lassen?

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Videos im Informatikunterricht

Ich persönlich kann mit Video-Tutorials (aka Erklärvideos oder Lernvideos) ja als Lerner eher wenig anfangen. Klar, Visualisierungen sind gut, aber in vielen Videos einfach zu schlecht. Einen Text habe ich viel schneller überflogen und auf Eignung geprüft und dann die für mich wichtigen Stellen reduziert. Bearbeiten->Suchen funktioniert auf YouTube leider noch nicht. Einen Text habe ich auch schneller gelesen, als ein Video geschaut. Die automatisch generierten Untertitel und die Anpassung der Geschwindigkeit bringen da zwar etwas, aber gerade bei Informatik: Aus einem Video kann ich auch kein Copy&Paste von Beispiel-Code machen. Vielleicht bin ich aber auch nur ein von der Kommandozeile großgezogener Kauz 😉

Vielleicht sind Video-Tutorials für SchülerInnen auch genau das richtige. „Videos im Informatikunterricht“ weiterlesen

Die GEW, NRW und das Fach Informatik

(Zweitverwertung eines Artikels, den ich für die Zeitschrift „Blickpunkt“ des GEW KV Wesels geschrieben habe)

Der GEW Vorstand forderte zum 28. Gewerkschaftstag im Antrag „Bildung in der digitalen Welt“ eine Ablehnung „neuer, durch die Digitalindustrie geforderter Pflichtfächer“ – womit wohl das Fach Informatik gemeint war.

Natürlich ist die Ökonomisierung von Schule abzulehnen und die Einflussnahme der Industrie im Zuge des digitalen Wandels z.B. durch teils „kostenlose“ Angebote von Software, Hardware oder der Forderung nach angeblich notwendigen, ökonomisch verwertbaren Fähigkeiten durch die GEW kritisch zu begleiten, in der aktuellen Situation ist ein Fach Informatik jedoch notwendig.

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„Informatik, Mensch, Gesellschaft“ und die Reflexionskompetenz von Informatik(lehr)ern

Sind Informatiker und Informatiklehrende „Tech-Nerds“  ohne gesellschaftliche Reflexionskompetenz?

Im Artikel  „Die neue Reflexionselite bleibt stumm“ behauptet Constanze Kurz:

Studierende der Informatik haben einen eingeengten, technischen und profitorientierten Blick. Die Wechselwirkungen zwischen Informatik und Gesellschaft, die ethische Dimension und die eigene Verantwortung werden im Studium nicht genügend thematisiert.

Dreieck der Dagstuhl-Erklärung: Bildung in der digitalen vernetzten Welt

Ich habe zwar „nur“ Informatik auf Lehramt studiert, aber mit Blick auf die Studieninhalte der „echten“ Informatiker und Gespräche mit ihnen muss ich mich dem leider anschließen: Neben Mathe, Programmieren und Modellieren war keine Zeit zum Reflektieren.

Die „Dagstuhl-Erklärung“ aus dem letzten Jahr macht jedoch ganz deutlich: Dies ist nicht genug. Neben der technologischen und der anwendungsbezogenen Perspektive muss die gesellschaftlich-kulturelle Sicht in der Bildung der digital vernetzten Welt berücksichtigt werden. Meiner Meinung nach gilt dies erst recht für InformatikerInnen.

Zumindest für Informatiklehrende ist dies durch die KMK Anforderungen an die Lehrerausbidlung durch den verpflichtenden Bereich „Informatik, Mensch und Gesellschaft“ festgelegt.

Auch der Kernlehrplan der Sek II für NRW hat diesen Bereich als eigenes Inhaltsfeld aufgeführt, ebenso die GI Empfehlung für Bildungsstandards in der Schule für die Sek I.

Im Gegensatz zu einigen meiner Informatiklehrerkollegen, die darüber die Nase rümpfen („Wie, Politik sollen wir jetzt auch machen!?„) sehe ich diese Änderung sehr positiv: Vielleicht habe ich durch mein anderes Fach (Sozialwissenschaften) da einen etwas anderen Blick, aber Informatiksysteme haben doch einen so großen Einfluß auf unsere Gesellschaft, dass InformatikerInnen und Informatiklehrende dies unbedingt reflektieren müssen: Themen wie Datenschutz, Überwachung, die Folgen der Digitalisierung etc. müssen im Informatikunterricht aufgegriffen und basierend auf informatischen Fachkenntnissen diskutiert werden.

Seit dem WS 15/17 habe ich einen Lehrauftrag an der Universität Duisburg-Essen für ein Seminar „Informatik und Gesellschaft“ für angehende Informatiklehrkräfte.

Beim aller ersten Brainstorming im Seminar war ich schon sehr erstaunt, wie wenig Berührungspunkte einige Studierende (3. Semester) von Informatik und Gesellschaft ausmachen konnten. Ich hatte mir gewünscht, dass diese sich ein Thema für ihre selbstständige Auseinandersetzung selbst aussuchen. Etwas Hilfe war dann doch notwendig, um Themen zu finden – z.B. die folgenden:

  • Digitalisierung & Die Zukunft der Arbeit
  • Big Data & Überwachung
  • Assistive Technologien & Inklusion
  • Mobilität der Zukunft & Autonome Fahrzeuge
  • „Cyberwar“

Die Diskussionen waren meist sehr lebhaft und nach und nach zeigt sich schon, dass die gesellschaftliche Wirkung von Informatiksystemen kritisch hinterfragt wurde. Meiner Meinung nach ein sehr wichtiger Schritt in der Ausbildung von zukünftigen Informatik(lehr)ern.

Vielleicht kann die Informatikdidaktik sich dabei noch etwas von der Politikdidaktik abschauen, z.B. hinsichtlich Problemorientierung und Urteilsbildung. Das verdient ein paar Gedanken mehr…

An den Anfang des Seminars stelle ich übrigens die Portraits von wichtigen Persönlichkeiten der Informatik. Insbesondere Joseph Weizenbaum wirft die Frage der Verantwortung von InformatikerInnen auf, z.B. mit folgendem Zitat:

„Wir Informatiker haben kein Recht uns zu beschweren, weil unsere Politiker uns in den Krieg führen. Weil ohne uns Informatiker wäre es nicht möglich“ — Joseph Weizenbaum

tl;dr

In Studium bzw. Ausbildung sollten InformatikerInnen und Informatiklehrende lernen, die Wechselwirkungen zwischen informatischen und gesellschaftlichen Entwicklungen kritisch zu reflektieren.