Musik im Politikunterricht

Momentan ist mir viel nach Musik. Ich ordne meine Dateien, stöbere on- und offline und war endlich mal wieder auf einem Konzert.

Hier einige Lieder, die ich schon mal im Politik- bzw. SoWi-Unterricht verwendet habe, jeweils mit zwei Schlagworten zum Thema – vielleicht inspiriert es jemanden:

Adam Angst – Splitter von Granaten
Medien, Partizipation

Abstürzende Brieftauben – Geh’n sie mit der Konjunktur
Konjunkturzyklus, Wirtschaftswachstum

Deichkind – Bück dich hoch
Arbeitslosigkeit, Leistungsgesellschaft

Dota Kehr – Grenzen
Menschenrechte, Migration

„Fear the Boom and Bust“: Keynes vs. Hayek Rap Battle und „Fight of the Century“: Keynes vs. Hayek Rap Battle Round Two
Wirtschaftsheorien, Angebotstheorie vs Nachfragetheorie
(Sprachlich etwas schwieriger, aber musikalisch, textlich und visuell großartig!)

Jens Friebe – 05_Theke mit den Toten
Vegetarismus, Tierrechte

Superpunk – Neue Zähne für meinen Bruder und mich
Soziale Ungleichheit, Gesundheitspolitik

Worauf ich noch Lust hätte:

Kettcar – Sommer ’89 (Er schnitt Löcher in den Zaun)
Flucht, Wiedervereinigung

Marcus Wiebuch – Der Tag wird kommen
Homosexualität, Fußball

Die Goldenen Zitronen — If I Were A Sneaker
Globalisierung, Migration

Meist dienten die Lieder als Einstiegsimpuls zur Entwicklung von Leitfragen und nur ansatzweise zur Analyse oder kreativen Auseinandersetzung. Methodisch geht da sicherlich noch viel mehr, z.B. eigene Zeilen dazu texten oder gar ein passendes Musikvideo erstellen.

Was ich auch gerne mal ausprobieren würde, wäre die kollaborative, digitale Annotation eines komplexen Liedtextes zur Interpretation mit entsprechend nötigen Hintergrundinformationen, wie es z.B. Genius.com zur Rap Battle Keynes vs Hayek andeutet.

Dafür sollten sich die Schüler allerdings für das Lied interessieren. Noch besser ist es daher, wenn SchülerInnen eigene Lieder suchen.

Aber ich muss zugeben, ich mag es auch, den musikalischen Horizont der SchülerInnen mal etwas zu erweitern und dann („Finden Sie sowas etwa gut??“) über Thematik und Musikstil ins Gespräch zu kommen. 😉

22C3 Schnipsel

Ich hab mich „zwischen den Jahren“ auf dem 22C3 rumgetrieben. War allerdings zu faul und von Eindrüclken überflutet um irgendwas zu bloggen. Aber bevor ich gar nix schreibe hier ein paar wenige Gedankenfetzen:

  • Der Congress hat eine Bandbreite von über 10GBit. Das ist mehr als Afrika hat.
    Und in der Abschlussveranstaltung wird gejohlt und geklatscht. Hallo? Da kam bei mir ein etwas anderes Gefühl hoch…
  • Sehr erstaunlich, dass das mit dem Rauchverbot so gut geklappt hat.
  • Die Hacker ethics Hotline hätte ruhig etwas öfter benutzt werden können. Es gab nur wenige, aber Website Defacements sind so arm..
  • Der Congress war professioneller. Was aber nicht unbedingt heisst, dass es schlechter ist.
  • Go ist ein interessantes Spiel, das ich, obwohl es so wenige Regeln hat, noch nicht wirklich verstehe..
  • Alles in allem aber ein paar nette Tage gehabt. Nette Leute kennengelernt und viel interessantes erlebt..

Zwei Freunde

Es gibt da ’nen Typen namens Copy. Der wiederum hat ’nen Freund namens Paste. Die treffen sich des öfteren. Den Typen namens Quellenverweis und seine Freundin Zitat mögen sie aber gar nicht. Nichtsdestotrotz schmeissen sie die dollsten Parties. Und die nennen sie dann Plagiat. Ab und zu sind die dabei sogar vulgärmarxistisch und begehen die größte aufgefallene Urheberrechtsverletzung der Wikipedia.

Andi gegen Rechts

Vor eingier Zeit habe ich bei Spiegel Online einen Bericht gelesen über einen Comic, der an Schulen gegen Rechte Propaganda verteilt wird. In dem Comic wird der Tag von Andi und seinen Freunden geschildert, die an der Schule auf ein paar fiese Rechte treffen. Das ganze selbst steht leider nicht online (bei SpOn kann man aber kurz reinschauen) und die Seiten unter www.andi.nrw.de finde ich leider auch wenig ansprechend.
Man kann ihn sich aber kostenlos online bestellen. Genau das habe ich getan. Wollte schon immer mal Post vom Verfassungsschutz bekommen …

Und: Hey, Ich finde den „Comic für Demokratie und gegen Extremismus“ echt gelungen. Er schafft den Spagat zwischen für Jugendliche interessant zu sein und Inhaltliche Thematik anzuschneiden. Des weiteren wird Jugendsprache vernünftig, aber nicht übertrieben oder deplaziert verwendet. So weit ich das beurteilen kann sind die Zeichnungen auch recht gut. Das ganze ist dann gespickt mit Info-Kästen die über Rechte-Symbole aufklären (Da waren mir auch ein paar Dinge neu) oder über die Freiheitlich Demokratische Grundordnung informieren. Überliest natürlich fast jeder der den Comic wegen des Comic liest, aber so ein bisschen bleibt dann doch hängen und vielleich wird ja Interesse geweckt oder zumindest Rechtes Gedankengut als das aufgezeigt was es ist: Schrott.
Also, feine Sache das. Wer Lehrer ist/wird, mit Jugendgruppen oder so zu tun hat, sollte überlegen, ob er damit was anfangen kann…

Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl

WahloMat Bundestagswahl 2005
Meiner Meinung nach hätte Schröder einfach zurücktreten und nicht so eine inszeniert-paradoxe Vertrauensfrage stellen sollen. „Wer für micht ist stimmt gegen mich“. Ja super. Ob ich Selbstauflösungsrecht toll finde weiss ich allerdings noch nicht, bin da eher skeptisch…

Wie auch immer. Oder noch schöner: Anyway…. Nachdem das Bundesverfassungsgericht die Auflösung des Bundestages für rechtens erklärte steht den Neuwahlen nun nichts mehr im Weg.

Und damit besonders Jung- und Erstwähler sich über die unterschiedlichen Positionen der Parteien informieren können, gibt es seit heute morgen nun auch den Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2005. Heute Mittag war der Server bereits überlastet, jetzt sollte es besonders durch die vielen Partnersites wieder funktionieren. Das Gesamtkonzept ist gleich geblieben: Der Nutzer bezieht zu 30 Thesen Stellung und der Wahl-O-Mat ermittelt die statistische Nähe zu den Positionen von CDU/CSU, SPD, Die Linke.PDS, FDP und den Grünen.

Gegenüber dem Wahl-O-Mat zur Landtagswahl NRW wurden einige Kleinigkeiten verbessert. So wurde „Weiss nicht“ in „These überspringen“ umbenannt, die Navigation und Gewichtung der Thesen klarer strukturiert und es gibt jetzt aufgrund des Medienwirbels bzw Missverständnisses gar keine Statistik mehr am Schluss. Der Vergleich der einzelnen Thesen mit Begründungen der Parteien wurde ebenfalls grafisch verbessert und um Links zu Hintergrund-Informationen der bpb ergänzt. „In Kürze“ soll es ausserdem eine Mobile Version fürs Handy geben. Falls man es verpeilt hat sich vorher ne Meinung zu bilden, kann man dann am 18. in der Wahlkabine noch schnell die Maschine fragen…

Diesmal schreibt die taz: „Sie wollen eine schwarz-gelbe Wahlempfehlung? Kreuzen Sie einfach überall „stimme nicht zu“ an“.

Hrmpf. Und krieg hab mal wieder als Ergebnis eine Partei, die ich für nicht wählbar halte… dieses Konstrukt mit Gysi und Lafontaine…

Studiengebühren verschoben

Studierende in NRW haben jetzt größere Chancen, die drohenden Gebühren zu verhindern: NRW-Innovationsminister Andreas Pinkwart (FDP) kündigte am Wochenende an, die Studiengebühren von 500 Euro pro Semester frühestens ab dem Wintersemester 2007/2008 einzuführen. Der Grund ist der so genannte Vertrauensschutz. (– Taz: Mehr Zeit für Studenten-Klagen)

Vertrauensschutz. Ja, ne. Super Idee. Dann werden sich nämlich die vielen jetzigen Studenten, die bisher noch nicht ihre Stimme gegen die unsoziale Studiengebühren erhoben haben erst recht denken „Warum denn, betrifft mich doch nicht (mehr)?“. Das wars dann mit dem sowiso von einer Minderheit ausgerufenen „Summer of Resistance“.
Die Erfolgsaussichten einer Klage kann ich nicht abschätzen, sie bleibt wohl aber die einzige Chance.