Audioerinnerung mit Monatsplaylist

Seit 2009 erstelle ich mir jeden Monat eine Playlist mit Neuerscheinungen und alten Entdeckungen, die ich in diesem Monat gerne gehört habe. Ausgangspunkt dafür war es, für meine damaligen DJ-Tätigkeiten aktuelle Kracher und alte Hits parat zu haben.

Dabei werfe ich erst alle Songs/Künstler rein, die ich mir in diesem Monat anhören möchte, schmeiße dann das raus, was mir nicht gefällt, ergänze was mir neu einfällt und sortiere alles anschließend so, dass es eine schön hörbare Playlist ist.

Entwickelt hat sich meine „BenPop“ Playlist mittlerweile zu einer Art Audio-Monatsbuch für mich. Höre ich Lieder, die auf einer solchen Playlist sind, so verbinde ich diese meist automatisch mit dem jeweiligen Monat und meinen damit verbundenen Aktivitäten und (insbesondere) Stimungen.

Noch besser: Eine Monats-Playlist (angetrunken) komplett durchhören: Instant-Flashback-Garantie!

Am Ende des Jahres folgt die Jahresplaylist. Die Spielregeln:

  • Aus jedem Monat nur ein Lied.
  • Alle 12 Lieder bleiben in der aus den Monaten resultierenden Reihenfolge.
  • Es muss eine schön hörbar und das persönliche Jahr wiedergebende Playlist enstehen.

Manche haben Fotos. Ich habe Songs. Dies sind meine zu 2017:

Reflexion #IsraelTrip17

Vor kurzem bin ich von einem Schüleraustausch mit unserer Partnerschule in Israel wiedergekommen. Mit den teilnehmenden SchülerInnen habe ich ein Weblog geführt, in dem unsere Erlebnisse nachzulesen sind.

An dieser Stelle möchte ich ein paar Punkte zu meiner Reflexion schreiben:

Zum dritten Mal war ich in der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem. Ich hab es überhaupt nicht erwartet, aber dieses Mal war für mich besonders emotional. Bei den Einzelschicksalen und Dilemma-Situationen (zB Baby an Bekannte geben und auf Rettung hoffen oder zusammen bleiben) von Kindern und jungen Familien kamen mir als junger Vater die Tränen.
Meine Frage: Wie können Menschen, die selber Sohn oder Tochter, vielleicht auch Vater oder Mutter sind Familien so gewaltsam zerreißen und grausam ermorden?
Meine These: Mangelnde Empathie gepaart mit der Entmenschlichung von ganzen Bevölkerungsgruppen.

Neben dem israelisch-palästinensischem Konflikt schien mir Israel diesmal besonders innerlich gespalten: In Arad gab es kurz vor unserer Ankunft einen Höhepunkt in der Auseinandersetzung zwischen der Mehrheit der sekulären oder moderaten Juden und den Ultra-orthodoxen Juden.
Meine Frage: Wie kann das Zusammenleben mit so extremen religiösen Überzeugungen gelingen?
Ich vermute: Nur durch Anerkennung der Grundrechte. Aber eigentlich gar nicht, nur durch Segregation (siehe zB den Stadteil Mea Shearim)

Ansonsten war es eine wirklich tolle Fahrt. Die SchülerInnen beider Schulen waren super und ich hoffe sie haben etwas von diesem „wunderbar komplexen Lerngegenstand“ mitgenommen. Manchmal habe ich jedoch den Eindruck, dass dies bei einigen SchülerInnen nur auf einer sehr oberflächlichen Ebene (War heiß, alle voll nett) geschieht und würde mir dabei mehr Tiefe wünschen.
Frage: Wie?
Antwort: Mehr Projektarbeit, mehr Zeit und Methoden zur Reflexion.

Ich habe selber als Schüler zweimal an einem Israelaustausch teilgenommen und dabei soviel Spaß gehabt und soviel gelernt und noch mehr in Frage gestellt. Das wünsche ich noch vielen anderen.

 

Musik im Politikunterricht

Momentan ist mir viel nach Musik. Ich ordne meine Dateien, stöbere on- und offline und war endlich mal wieder auf einem Konzert.

Hier einige Lieder, die ich schon mal im Politik- bzw. SoWi-Unterricht verwendet habe, jeweils mit zwei Schlagworten zum Thema – vielleicht inspiriert es jemanden:

Adam Angst – Splitter von Granaten
Medien, Partizipation

Abstürzende Brieftauben – Geh’n sie mit der Konjunktur
Konjunkturzyklus, Wirtschaftswachstum

Deichkind – Bück dich hoch
Arbeitslosigkeit, Leistungsgesellschaft

Dota Kehr – Grenzen
Menschenrechte, Migration

„Fear the Boom and Bust“: Keynes vs. Hayek Rap Battle und „Fight of the Century“: Keynes vs. Hayek Rap Battle Round Two
Wirtschaftsheorien, Angebotstheorie vs Nachfragetheorie
(Sprachlich etwas schwieriger, aber musikalisch, textlich und visuell großartig!)

Jens Friebe – 05_Theke mit den Toten
Vegetarismus, Tierrechte

Superpunk – Neue Zähne für meinen Bruder und mich
Soziale Ungleichheit, Gesundheitspolitik

Worauf ich noch Lust hätte:

Kettcar – Sommer ’89 (Er schnitt Löcher in den Zaun)
Flucht, Wiedervereinigung

Marcus Wiebuch – Der Tag wird kommen
Homosexualität, Fußball

Die Goldenen Zitronen — If I Were A Sneaker
Globalisierung, Migration

Meist dienten die Lieder als Einstiegsimpuls zur Entwicklung von Leitfragen und nur ansatzweise zur Analyse oder kreativen Auseinandersetzung. Methodisch geht da sicherlich noch viel mehr, z.B. eigene Zeilen dazu texten oder gar ein passendes Musikvideo erstellen.

Was ich auch gerne mal ausprobieren würde, wäre die kollaborative, digitale Annotation eines komplexen Liedtextes zur Interpretation mit entsprechend nötigen Hintergrundinformationen, wie es z.B. Genius.com zur Rap Battle Keynes vs Hayek andeutet.

Dafür sollten sich die Schüler allerdings für das Lied interessieren. Noch besser ist es daher, wenn SchülerInnen eigene Lieder suchen.

Aber ich muss zugeben, ich mag es auch, den musikalischen Horizont der SchülerInnen mal etwas zu erweitern und dann („Finden Sie sowas etwa gut??“) über Thematik und Musikstil ins Gespräch zu kommen. 😉

VulcanVader: Deutschsprachige Musik auf die Ohren

Aus: Zurück in die Zukunft

In einer der letzten Stunden vor den Ferien habe ich mit einigen Klassen ein von ihnen gewähltes Musik-Quiz gespielt. Da ist mir klar geworden: OK, ich bin sowas von raus.

Mit meinem letzten LK gab es noch musikalische Schnittmengen, aber mittlerweile… die Generationen driften auseinander. Ist ja auch gut so.

Auch schon etwas her, da habe ich mit einem damals neuen Kollegen Sampler ausgetauscht um mal klar zu machen wo wir uns so musikalisch verorten würden. Ist nicht mein bester Mix, bewusst deutschsprachig, sind Künstler doppelt drauf bla bla, aber er verdeutlicht was ich mag.

Er befürchtete, meine Musik sei für ihn Folter. Daher das Titel gebende Bild aus Zurück in die Zukunft: Lord Vader von Vulcan.

Mein erster Versuch mit Spotify-Playlists. Warum ich die nicht mag erzähle ich dann als Nächstes… Update: Entfernt.

Und hier noch die YouTube URLs. Auf Vinyl klingts noch besser 😉

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Twitter-Reflexion

Vor vier Monaten habe ich mich aus meiner dunklen Ecke getraut und mir vorgenommen mein Blog zu reanimierren und per Twitter aktiv mit zu diskutieren. Zeit für ein Zwischenfazit. Einiges wird für erfahrene Twitter-Nutzer selbstverständlich oder gar banal sein, aber vielleicht ist es auch gerade deswegen interessant.

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Darmok: Kommunikation und Kontext

Eine sehr bekannte Episode von Star Trek – The Next Generation (TNG) mit dem Titel „Darmok“

handelt von dem Captain einer nur mit Metaphern kommunizierenden Spezies, der auf einem Planeten Captain Picard zur Teilnahme an einem gemeinsamen Kampf gegen ein Monster zu bewegen versucht.

(Wikipedia: Darmok)

Klingt die Formulierung „Kampf gegen ein Monster“ vielleicht platt und uninteressant, so ist diese Episode ein wunderschönes Beispiel, dass (gute) SciFi eigentlich nur Science und Fiction benutzt um unsere Gesellschaft zu reflektieren.

Die oben genannte Episode ist von 1994, heute durch divergierende (Jugend-)Subkulturen (YouTube statt MTVIVA) und bildsprachlicher Kommunikation (Emojis und animierte Gifs ) aber hoch aktuell.

Für Sprachdidaktiker vielleicht interessant, für diejenigen, welche die Folge jetzt nochmal sehen wollen durch das „Sprach-Quiz“ aber auf jeden Fall: Darmok – Science Fiction Teaching that Language is More than Words and Grammar.

Warum ich darauf heute gekommen bin? Dazu dieses kleine Beispiel aus meiner heutigen Timeline:

tl;dr

Kommunikation ist immer kontextabhängig. Manchmal ist ganz schön viel Wissen nötig, um den Kontext zu verstehen. Kontext ist kulturabhängig. Star Trek TNG ist super.