Benedikt Roth ist „links“

Don’t yield – look left!

Spätestens seit der letzten Ausgabe der Schülerzeitung meiner Schule ist es wohl allgemein bekannt und darf hiermit auch per Suchmaschine verifiziert werden: Ich bin aktives Mitglied der Partei Die LINKE.

Ich habe das bisher nicht groß herausposaunt, aber da ich nun mehrfach danach gefragt wurde, folgt hier die Erklärung:

Politisch interessiert bin ich seit meiner Jugend, Musik hat dabei bestimmt auch eine Rolle gespielt. Später war euphorisch-fasziniert von der Piratenpartei und habe deren Entwicklung sehr aufmerksam verfolgt. Auch bei den Grünen habe ich mal reingeschnuppert. So richtig konnte mich aber bisher nicht dazu durchringen aktiv zu werden, besonders nicht in einer Partei – das Vorurteil von Ochsentour, Bürokratie, Machtspielchen und dann auch noch eigene Faulheit…

Ein weiterer Grund (oder Vorwand?) nicht aktiv zu werden war für mich auch meine Tätigkeit als Politiklehrer. Ich hatte die Befürchtung meine Neutralität zu verlieren. Aber hey: Zum einen ist kein Mensch objektiv und zum zweiten wie soll ich denn bitte Jugendliche zur Partizipation befähigen, wenn ich es selbst nicht lebe? Gerade angesichts menschenfeindlicher Tendenzen sehe ich – gerade als Politklehrer – es genau jetzt jedoch als meine Aufgabe nicht neutral zu sein.

Parteibeitritt

Im Herbst 2016 hielt ich die Diskursverschiebung nach rechts nicht mehr aus und bin der Partei Die LINKE beigetreten. An der LINKEn schätze ich besonders, dass sie die absolut notwendige Verteilungs- und Systemfrage stellt sowie sich konsequent für eine solidarische Gesellschaft einsetzt.

Im Kollegium habe ich es erst nach und nach erzählt. Erst den SoWi-Kollegen, dann im Vorfeld der Bundestagswahl und zuletzt auf Nachfrage einzelnen SchülerInnen.

Die Gestaltung meines Unterrichts ist selbstverständlich weiterhin am Beutelsbacher Konsens ausgerichtet: Überwältigungsverbot, Kontroversität und Schülerorientierung.

Meine Ablehnung aktueller menschen- und demokratiefeindlicher Bestrebungen einzelner Politiker oder ganzer Parteien ist für SchülerInnen bestimmt auch so zu erkennen.

Grundüberzeugung

Das größte Problem unserer Zeit ist der Klimawandel. Lösungen werden jedoch blockiert von der Logik unseres kapitalistischen Wirtschaftssystems. Die zusätzlich daraus resultierenden Ungleichheiten produzieren Abstiegsängste, welche Rassismus und Nationalismus stärken. Der Wahn nach angeblicher Sicherheit gefährdet Grundrechte und dadurch auch unsere Demokratie.

Anliegen

  1. Das Eintreten für die Rechte aller Menschen sowie
  2. Eine stärkere Regulierung der Wirtschaft für eine Wende zur Postwachstumsökonomie und
  3. Umverteilung vom Kapital der Wenigen zum Wohlstand der Vielen.

Fragen

Eine für mich entscheidende Frage ist dabei, welche Beiträge Digitalisierung, Automatisierung und Vernetzung sowie die (potentielle) Auflösung von Knappheit zu mehr Gemeinwohl leisten können. Und natürlich: Wie sollte Bildung unter den Bedingungen der Digitalisierung gestaltet sein, damit Freiheit, Gleicheit und Solidarität gelebt werden.

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