Reflexion #IsraelTrip17

Vor kurzem bin ich von einem Schüleraustausch mit unserer Partnerschule in Israel wiedergekommen. Mit den teilnehmenden SchülerInnen habe ich ein Weblog geführt, in dem unsere Erlebnisse nachzulesen sind.

An dieser Stelle möchte ich ein paar Punkte zu meiner Reflexion schreiben:

Zum dritten Mal war ich in der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem. Ich hab es überhaupt nicht erwartet, aber dieses Mal war für mich besonders emotional. Bei den Einzelschicksalen und Dilemma-Situationen (zB Baby an Bekannte geben und auf Rettung hoffen oder zusammen bleiben) von Kindern und jungen Familien kamen mir als junger Vater die Tränen.
Meine Frage: Wie können Menschen, die selber Sohn oder Tochter, vielleicht auch Vater oder Mutter sind Familien so gewaltsam zerreißen und grausam ermorden?
Meine These: Mangelnde Empathie gepaart mit der Entmenschlichung von ganzen Bevölkerungsgruppen.

Neben dem israelisch-palästinensischem Konflikt schien mir Israel diesmal besonders innerlich gespalten: In Arad gab es kurz vor unserer Ankunft einen Höhepunkt in der Auseinandersetzung zwischen der Mehrheit der sekulären oder moderaten Juden und den Ultra-orthodoxen Juden.
Meine Frage: Wie kann das Zusammenleben mit so extremen religiösen Überzeugungen gelingen?
Ich vermute: Nur durch Anerkennung der Grundrechte. Aber eigentlich gar nicht, nur durch Segregation (siehe zB den Stadteil Mea Shearim)

Ansonsten war es eine wirklich tolle Fahrt. Die SchülerInnen beider Schulen waren super und ich hoffe sie haben etwas von diesem „wunderbar komplexen Lerngegenstand“ mitgenommen. Manchmal habe ich jedoch den Eindruck, dass dies bei einigen SchülerInnen nur auf einer sehr oberflächlichen Ebene (War heiß, alle voll nett) geschieht und würde mir dabei mehr Tiefe wünschen.
Frage: Wie?
Antwort: Mehr Projektarbeit, mehr Zeit und Methoden zur Reflexion.

Ich habe selber als Schüler zweimal an einem Israelaustausch teilgenommen und dabei soviel Spaß gehabt und soviel gelernt und noch mehr in Frage gestellt. Das wünsche ich noch vielen anderen.

 

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