Digitale Grafiken & Bildbearbeitung

Im Wahlpflichtkurs Informatik der Stufe 8 thematisiere ich „Digitale Grafiken & Bildbearbeitung“. Ein paar Ideen und Materialverweise zur Unterrichtsreihe habe ich im ZUM Wiki zusammen getragen.

Die Kurzfassung der Reihe: Ausgehend von Memes werden eigene Bilder bearbeitet und dabei die Grundlagen der Kodierung von Bildinformationen gelernt. Dabei entstehen Fragen zur Rechtslage und zur kritischen Bewertung von Bildern im Internet.

Das Thema ist für Schüler hochmotivierend, gerade auch dadurch, dass eigene, kreative Produkte gestaltet werden.

Hier möchte ich beschreiben, warum ich das Thema so toll finde, gerade vor dem Hintergrund der Dagstuhl-Erklärung: Bildung in der digitalen vernetzten Welt.

Nach dem „Daghstuhl-Dreieck“ sollten die drei Perspektiven Anwendung, technische Grundlagen und gesellschaftliche Auswirkungen im Unterricht berücksichtigt werden.

Dagstuhl Dreieck
Dreieck der Dagstuhl-Erklärung Bildung in der digitalen vernetzten Welt

Beim Thema „Bildbearbeitung“ kann dies z.B. so aussehen:

Anwendung: Wie kommt ein Bild vom Smartphone auf den Computer? Wie kann ich Bilder zuschneiden, die Bildgrösse und die Auflösung verändern?

Technologie:  Wie werden Bilder codiert? Was versteht man unter Farbmodellen wie RGB und CMYK?

Gesellschaft: Inwieweit geben Bilder die Wirklichkeit wieder? Wie manipulieren uns Bilder in der Werbung?

Quelle: http://wiki.doebe.li/Dagstuhl/BeispielBildbearbeitung

Die informatischen Inhalte sind neben der Kodierung von Bildinformationen meiner Meinung nach auch das Arbeiten mit freigestellten Elementen auf verschiedenen Ebenen als Beispiel der Fundamentalen Idee der Informatik (nach Schwill) der Modularisierung.

Die Bearbeitung von digitalen Grafiken ist nicht gerade ein klassisches Thema im Informatikunterricht und könnte (sollte?!) auch in anderen Fächern (z.B. Kunst oder Deutsch) gemacht werden. Warum braucht es dafür (vorerst) ein Fach Informatik für alle Schüler?

  1. Es wird eben nicht in anderen Fächern gemacht. „Könnte“ und „in allen Fächern“ verfällt zur Beliebigkeit und wird dann eben nicht gemacht, denn
  2. … viele Lehrer sind selbst in der reinen Anwendung von Bildbearbeitungssoftware nicht „fit“ (obwohl das ja auch z.B. zur Gestaltung von eigenen Arbeitsblättern durchaus sinnvoll wäre) …
  3. … kennen die zugrundeliegenden informatischen Konzepte nicht und…
  4. … haben nicht die Zeit und/oder die Motivation sich diese nebenbei anzueignen und zu vermitteln.

Um diese fachliche Kompetenz an die Schulen zu bringen braucht es a) mehr Informatiklehrer und b) Grundlagen der Informatik in der Lehrerausbildung.

tl;dr

Kommunikation geschieht zunehmend über digitale Grafiken. Grundlagen der Bildbearbeitung sollten bekannt sein. Informatik ist die Basis.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.