Wahl-O-Mat

Am 22. Mai wird in Nordrhein-Westfalen ein neuer Landtag gewählt. Um besonders Jung- und Erstwählern eine Entscheidungs- bzw. Informationshilfe zu bieten wird es wieder einen Wahl-O-Mat geben.
Um diesen mit Inhalten zu füllen veranstaltet die Landes- bzw. Bundeszentrale Landeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem Landesjugendring NRW zwei Workshops mit 15 Teilnehmern im Alter von 17-25.

Am erste Termin vor ca. 3 Wochen nahm auch ich teil. Dort wurde eine Liste von knapp 80 Thesen erarbeitet, die dann heute am zweiten Termin nochmal überarbeitet und an die Parteien geschickt wird.
Die Antworten der Parteien auf diese Thesen werden dann ausgewertet und am 4. am 13. April soll der Wahl-O-Mat NRW dann online gehen.

Aktuell ist der Wahl-O-Mat Schleswig-Holstein, wo die Wahl am 20. Februar stattfindet. Die taz hat einen Artikel über einen Test des Südschleswigschen Wählerverbands mit dem Titel Der strenge Wahl-O-Mat :

Der Wahl-O-Mat des linksliberalen, der dänischen Minderheit nahe stehenden südschleswigschen Wählerverbandes SSW geht einen Schritt weiter. Er überprüft auch die politische Gesinnung.
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Gibt man zu viele Antworten des Schlages „Die Schulen sollen den Kindern Tugenden vermitteln, denn die Jugend hat heutzutage keine Werte mehr“ oder auch „Einwanderer sollten nach Hause gehen“ ein, wird der Wahl-O-Mat richtig böse….

Update: Direkt zu diesem Artikel erschien 5 Tage später ein Leserbrief (Hervorhebung von mir):

[…] Dieser Wahl-O-Mat ist als Tool und von der Begrifflichkeit geschützt. Mit Verwunderung musste ich lesen, dass Sie den SSW-Test in Ihrem Artikel als Wahl-O-Mat bezeichnen. Schon der Name weist darauf hin, dass eine Überparteilichkeit nicht einmal beabsichtigt wurde. Diese garantiert die Glaubwürdigkeit und Neutralität des Wahl-O-Mat.
Norbert Taubken, Hamburg

Norbert Taubken von CSR consult koordiniert die Umsetzung des Wahl-O-Mats.
Ich denke es ist einfach ein Zeichen für die hohe Popularität des Wahl-O-Mat, dass dieser Begriff von der taz verwendet wurde. Und schließlich besteht auch eine gewisse Ähnlichkeit, denn auch der SSW-Test prüft die Übereinstimmung mit (allerdings nur genau) einer Partei. Dass sich die Zielsetzungen von denen des Tools der Bundeszentrale für politische Bildung unterscheiden und dabei andere Grundsätze in Bezug auf Glaubwürdigkeit und Neutralität gelten, sollte klar sein.

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